Die Heldenreise antreten

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future_is_now
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Die Heldenreise antreten

Beitrag: # 1466Beitrag future_is_now
Dienstag 24. Oktober 2017, 18:12

INTRO:

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Mythenherz - Eine Reise in die wilde Kraft des Mannes

https://youtu.be/bBeOdJO5ueQ

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http://www.gehvoran.com


Als Mann die Heldenreise antreten


22 Okt 2017 • Von Alex Miller •


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Im Zuge von Genderpolitik und der zunehmenden bewussten und unbewussten Gleichschaltung der Geschlechter, fällt es Männern zunehmend schwer, ein authentisches Selbstbild zu entwickeln und dieses stärkend und heilend in die Gesellschaft einzubringen. In Zeiten des Bewusstseinswandels, wie wir ihn derzeit erleben, werden jedoch immer mehr Männer durch Krisen mit wesentlichen männlichen Merkmalen konfrontiert, die sie auffordern, sich mit ihren ureigenen kollektiven und individuellen Stärken und Schwächen auseinanderzusetzen. Während C.G. Jung die vier männlichen Archetypen König, Krieger, Magier und Liebhaber in der Psychologie begründete, werden sie auf der spirituellen Ebene oftmals um die Merkmale des Heilers, des Vaters und des Wilden Mannes erweitert um kollektive Aspekte der männlichen Seele noch tiefgründiger aufzuzeigen. Vor allem spielt heute die Aussöhnung mit den kollektiven und individuellen Themen eine gewichtige Rolle, die es dringend wert ist angeschaut zu werden – um als Mann für sich selbst, aber auch für die Gesellschaft, für die Frauen, für die Kinder und für die Erde stabilisierende und heilende Eigenschaften zu leben und auszustrahlen.

So wie bei den Frauen gerne Bedeutungen wie „Heilige“ und „Hure“ als scheinbar gegensätzliche, aber durchaus insgeheim attraktive Aspekte genannt werden, um dann doch vielmehr gemeinsam zu haben, als auf den ersten Blick vermutet, sind auch wir Männer gefordert, sich unseren widersprüchlichen Eigenschaften bewusst zu werden, sich damit auseinanderzusetzen und uns damit auszusöhnen. Beispielsweise mit unserem „Heiler“ als auch mit unserem „Krieger“ in uns.

Auch die Götter hatten Fehler

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Viele heutige Probleme und Missverständnisse zwischen Mann und Frau basieren auf jahrtausendealten Verstrickungen. So ist eine gewisse Schuld gegenüber den Frauen immer noch tief in unseren „männlichen Zellen“ verwurzelt – und meist völlig unbewusst taumeln wir mit diesen von Frau zu Frau. Die kollektive Schuld des Mannes konnte nur deshalb bis ins heutige Zeitalter konserviert werden, da der Mann lieber Institutionen, Staaten, Religionen, Fahnen und Gesetzen treu und blind hinterherlief, als die eigene Schöpferkraft zu erkennen und zu leben, was auch eine Art von Opferbewusstsein mit sich brachte. Solange die Verantwortung über das eigene Leben nicht zu 100% übernommen wird, kann (m)ann sich mit der Schuld nicht aussöhnen und ein selbstbestimmtes Leben führen.

Um sich als Mann der männlichen Stärken bewusst zu werden, erzählen uns die alten Mythen und Legenden über Odin und Thor, Odysseus und Herakles weit mehr über unsere Männlichkeit als alles andere, was uns Medien, Popkultur, Werbung, Politik und Konzerne in dieser künstlichen und illusorischen Welt verkaufen. Sehen wir sogenannte Stars im TV, die Mode und Frisuren der Menschen in den Innenstädten etc. gleicht sich alles irgendwie immer mehr an. Und durch das Abfärben auf die beobachtende und kopierende Masse ist bald kaum noch ein Unterschied zwischen den Geschlechtern auszumachen. Begriffe wie Machos und Softies sind am Rande nur Modeerscheinungen. Kein Wunder also, dass Probleme in den Beziehungen zwischen Mann und Frau vorprogrammiert sind, die gegenseitige sexuelle Anziehung in einer Beziehung schnell verlorengeht – und dieser dann entstandene Mangel wiederum irgendwie kompensiert wird, auf die eine oder andere Weise.

Um auf das Beispiel der germanischen Götter zurückzukommen, macht es Sinn, sich bewusst zu werden, dass diese auch alles andere als perfekt waren! Sie haben dieselben Eigenschaften wie wir Menschen auch, sind mal Helden, mal Heuchler. Es kommt nicht darauf an, als Mann (oder auch als Mensch) perfekt zu sein. Vielmehr kommt es darauf an, dass wir uns als Mann reflektieren, zu unseren Fehlern stehen und versuchen es beim nächsten Mal besser zu machen. Aus Fehlern können wir Kraft ziehen und neues schöpfen. Die Erfahrung des Scheiterns und des Seins lehrt uns viel mehr für das Leben, als trockenes (scheinbares) Wissen aus Artikeln und Büchern.

Die Heldenreise antreten

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Die Geschichte vom am Baum Yggdrasil hängenden Odin verdeutlicht das Wesen und die Lehre dieses entschlossenen Wahrheitssuchers, der gewillt ist, den größtmöglichen Preis zu zahlen und sich selbst zu opfern, um geheimes Wissen zu erlangen. Nachdem Odin neun Tage dort gehangen und dort die Runen entdeckt hatte, kann er vom Baum herabsteigen. Als Mann ein Opfer zu bringen bedeutet einen inneren Anteil absterben zu lassen, was große Angst und Schmerzen verursacht. Doch tief in unserem Innern spüren wir, dass es so sein muss, um Weisheit und Reife zu erlangen. Die Heldenreise heutzutage ist also eher eine Heldenreise, die sich nicht im Außen, sondern vielmehr im Innern abspielt, während die Konsequenzen sich letztendlich auch im Außen manifestieren.

Basis dieser Diskussion ist die Bewusstwerdung über das „Männliche“ in uns Männern, das ausgelebt werden will, und die Kunst mit jenen männlichen ureigenen Eigenschaften kraftvoll, sanft und tanzend umzugehen: Beweglichkeit und geistige Flexibilität führt zu Leben, Starrheit und Unbeweglichkeit führt zum Tod. Auch die Geschichten von Gandalf, Rocky und Peter Parker erzählen uns von Männlichkeit und Mannsein, von Weisheit, Abenteuer, Magie, Gerechtigkeit und Liebe. Auf der wahren Heldenreise des Mannes jedoch stirbt die Ego-Identität, während das wahre Selbst in uns geboren wird.

Das Bild des Mannes – wie er sein soll, was er zu tun und zu lassen hat, welche Statussymbole er besitzen soll – stirbt, während der authentische Mann geboren wird.“
Dirk Grosser, Mythenherz – Reise in die wilde Kraft des Mannes


Der erwachte Mann kümmert sich nicht ausschließlich um das Haben, sondern wieder vielmehr um das Sein. Er versteht, dass Konsum nur ein kurzzeitiges Gefühl von Glück geben kann, um danach nur noch weiter zu konsumieren und zu versuchen die Lücke des fehlenden Glückes zu füllen. Gleiches gilt für die Beziehungen, denn ein Wegrennen von einer liebenden Frau, führt zum gleichen Level, den es gilt, irgendwann zu überwinden. Sobald wir uns fragen, was wirklich wesentlich in unserem Leben ist, und wir uns bewusst werden, dass all unser Schmerz, unser Leid, unsere Freude, unsere Wut, einfach alles, was wir erlebt, geliebt und gehasst haben, uns zu unserer Reife bringt, wird der Weg uns alle Erkenntnisse schenken.

Wie fühlt sich mein Mannsein an? Was macht mich als Mann aus? Welche Themen begegnen mir immer wieder aufs Neue im Laufe meines bisherigen Lebens? Welchen Bezug habe ich zu anderen Männern? Was lehne ich innerlich ab? Was gefällt/beeindruckt mich an ihnen?


Copyright: © Alex Miller / www.gehvoran.com
Quellen und weitere Infos zum Thema:

Der Brunnen der Erinnerung: Die mythologischen und schamanischen Wurzeln unserer Kultur

Mythenherz: Reise in die wilde Kraft des Mannes (mit Musik-CD)

Eisenhans: Ein Buch über Männer

http://www.gehvoran.com/2017/10/als-man ... -antreten/

http://wp.me/p1k9wP-gG9



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"Der grosse kosmische Witz ist, dass du das bist, was du suchst"

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